News In The Spotlight ... DORIAN PAIC

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20/06/2012 • Artists, Interviews, Releases
In The Spotlight ... DORIAN PAIC

In The Spotlight ... DORIAN PAIC


Cocoon In The Spotlight geht in eine neue Runde! Dieses Mal richten wir unseren Blick auf einen Künstler, der aus Frankfurt nicht mehr wegzudenken ist. Egal ob Dorian Gray, Omen oder Robert Johnson, er war in der einen oder anderen Form immer involviert. DieRede ist natürlich von Dorian Paic.

 

Dorian, du bist schon lange national und international als DJ unterwegs, hast in vielen Clubs gespielt und noch mehr Partys erlebt. Was macht nach deiner Meinung eine gute Party aus?

Eine gute Party ist das perfekte Zusammenspiel von vielerlei Faktoren. Das Wichtigste ist mit Sicherheit gute Musik! Dazu kommt dann ein guter Sound bzw. ein gutes Soundsystem und natürlich auch ein gutes Publikum. Der DJ sendet dann den Impuls an die Leute auf der Tanzfläche, diese reagieren entsprechend, das beflügelt wiederum den DJ und so treiben sich beide zu Höchstleistungen an. Die Location bzw. der Club und auch die Veranstalter spielen natürlich dabei ebenfalls eine große Rolle. Ich finde, man merkt relativ schnell, ob jemandeinen gewissen Idealismus in sich trägt, etwas aus Liebe zur Musik macht, oder ob sich jemand einfach nur die Taschen voll machen will. Schlechtes Hostingseitens der Veranstalter kann der absolute Partykiller sein, denn wie soll der DJ gut auflegen, wenn er nicht gut behandelt wird und sich somit auch nicht wohl fühlt?!

 

Die digitalen Formate und neuen Medien sind aus unserer Szene kaum noch wegzudenken. Was hältst du von dieser Entwicklung und wie gehst du persönlich damit um?

Ehrlich gesagt halte ich persönlich nicht so viel davon und finde auch das diese neuen Medien einen bestimmten Teil unserer Kultur zerstört haben. Natürlich möchte ich mich nicht dem Fortschritt verschließen und ich denke am Ende zählt das Resultat auf der Tanzfläche, ob der DJ dabei nun mit Vinyl, CD, Laptop oder USB Stick auflegt ist egal.

Ich persönlich bevorzuge jedoch Vinyl und CD. So habe ich es gelernt und so arbeite ich nun seit 20 Jahren, wie heisst es doch so schön: Never change a running system!

Meiner Meinung nach wird eine persönliche Auswahl von 100 bis 150 Platten plus einige CDs als Backup immer mehr Wert und persönliche Note haben als ein Terabyte Datenmüll, der zum Teil nicht mal mehr von den DJs beschriftet wird! Was für einen Sinn macht es denn für einen Produzenten, Musik zu kreieren, wenn das dann in einem Ordner als "Loop 3" landet? Mich würde das total ankotzen, denn so verliert die Musik ihren Wert!!! 

 

Dorian Paic - Live at TimeWarp Germany 2012 - direct link to Soundcloud

 

Du hast letztes Jahr mit Sven zusammen in Italien, England und Spanien gespielt. Was bedeutet es für dich ein Teil der Cocoon Family zu sein?

Mit Sven habe ich ja schon seit frühester Jugend eine starke Bindung, da wir uns schon seit Anfang der 90er kennen und auch sehr schätzen. Cocoon hat mich auch schon oft als Support-DJ gebucht, lange bevor ich dann selbst Teil der Agentur wurde. Ansonsten kenne ich auch einen großen Teil der Menschen, die in der Agenturarbeiten, schon seit längerer Zeit und bin mit einigen auch privat sehr engbefreundet. Dazu kommt dann noch der gute Kontakt mit vielen meiner Kollegen, wie z.B. Sascha Dive, Onur, Ricardo, Tobi, Markus Fix, Raresh oder auch Cassy, dies alles trägt natürlich seinen Teil dazu bei, dass ich mich hier sehr wohl fühle und denke, dass es für mich keinen besseren Platz gibt.

Ich finde es auch sehr wichtig, dass ein Großteil aller DJs, die bei Cocoon unter Vertrag sind, ausschließlich mit Vinyl spielen. Das ist ein Statement – das ist wichtig und deshalb eben noch ein Grund mehr, warum ich denke, dass ich bei Cocoon bestens aufgehoben bin.

 

Seit 1998 betreibst du das Label Raum...Musik, wie würdest du den Sound des Labels beschreiben und was erwartet uns in den nächsten Monaten?

Der Sound des Labels bewegt sich immer zwischen House und Techno, je nachdem was ich gerade so an Demos von Künstlern bekomme. Wichtig ist mir dabei in erster Linie auch, dass es Freunde von mir sind, denn das erleichtert die Zusammenarbeit um einiges. Wir machen eigentlich mit niemandem Verträge, es sei denn, der Künstler besteht darauf! Ich versuche auch darauf zu achten, dass der Sound des Labels nie wirklich greifbar ist, denn was kann dir als Label Schlimmeres passieren, als dass Leute bereits eine bestimmte Vorstellung oder gar Erwartung haben, wie die Platte klingen wird? Langfristig wird es dazu führen, dass sie deine Platten gar nicht mehr anhören, denn sie denken sich, "ach das klingt ja sowieso so und so..."

Man muss sich eine Art Grundvertrauen schaffen, so dass der Hörer denkt, "Ok, die Sachen sind meistens gut und außergewöhnlich, da höre ich auf jeden Fall mal rein!".

Wir haben Anfang des Jahres zwei Platten des Rumänen Funk E alias Laurentiu Gavrila veröffentlicht, als Part 1 und 2 einer EP. Vor allem über den zweiten Teil habe ich mich sehr gefreut und das Feedback der meisten DJs war bisher auch durchweg positiv. Der nächste Release kommt dann von Julien Bracht aus Frankfurt und erscheint aller Voraussicht nach Mitte Juni. Danach kommt dann Mitte August eine Maxi von Ricardo, eventuell noch eine EP von Laurentiu Suciu – vielen auch besser bekannt als Faster –, der  ebenfalls aus Rumänien stammt und dann noch eine Maxi von einem unserer wichtigsten Künstler, nämlich Christian Burkhardt. Das ist erst mal so grob der Plan für 2012, allerdings ohne Gewähr.

 

2007 hast du zusammen mit Ricardo die Fabric Mix 36 zusammengestellt, letztes Jahr auch die Cocoon Heroes Compilation und als Produzent bist du neben Raum...Musik auch auf Oslo und La Peña vertreten. Wird dieses Jahr eine weitere Mix-CD veröffentlicht oder konzentrierst du dich im Moment verstärkt auf deine Produktionen?

In der Tat ist es so, dass ich mich im Moment mehr auf eigene Produktionen fokussiere. Aufgrund der Tatsache, dass ich bis 2008 noch im Freebase Record Shop gearbeitet habe, und zwar mindestens an zwei bis drei Tagen in der Woche, war ich einfach nicht in der Lage, alleine etwas zu produzieren, einerseits aus Zeitmangel, vor allem aber auch wegen fehlender Motivation. Wenn du nach neun Stunden im Plattenladen nach Hause kommst und dann auch noch selbst DJ bist, hörst du halt lieber die neuen Scheiben, anstatt zu produzieren.

Generell sehe ich mich eher als DJ denn als Produzent. Ich weiss aber auch, dass es ein wichtiger Teil des Großen und Ganzen ist und deshalb habe ich mich dann auch motiviert, mir Equipment zugelegt und mache nun seit knapp drei Jahren endlich auch alleine Musik. Ich hatte ja davor bereits Stücke veröffentlicht, aber meistens eben in Zusammenarbeit mit befreundeten Produzenten.

Für die persönliche Entwicklung als Künstler ist es jedoch unumgänglich, auch selbst zu produzieren und manchmal ärgere ich mich auch ein wenig, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich endlich den Mut dazu hatte.

Um aber auf die eigentlich Frage zurück zu kommen – es wird dieses Jahr keine offizielle Mix-CD von mir geben. Ich finde, generell ist eine Mix-CD immer schwierig, da das Ganze  einfach zu geplant und durchdacht ist und deshalb das Gefühl dabei oft auf der Strecke bleibt. Ich bin kein großer Freund davon und ich finde, es gibt auch nur ganz wenige DJs, die das wirklich immer gut hinbekommen. Eine der letzten, die mich zum Beispiel wirklich überzeugt hat, war Federico Molinaris "No way to Norway"-Mix auf Oslo.

 

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