Steve Bug • Chris Tietjen Green & Blue

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Cocoon RecordingsTechhouse13/09/10



Die Zeichen stehen gut für die 2010er Auflage des Green & Blue-Festivals, seit Jahren ein festes Pflichtdatum für alle Freunde der elektronischen Tanzmusik. Schließlich ist der Langener Waldsee vielleicht die einzige Location, bei der selbst Balearenstrände nur schwer mithalten können. Mit entsprechender Begeisterung setzen deshalb Steve Bug und Chris Tietjen mit ihrem offiziellen Soundtrack ein erstes klangliches Imperativ.

Der Poker Flat-/Dessous-Labelchef Steve Bug gehört schon seit Beginn von Cocoon Recordings immer wieder zu den gern gesehen Gästen und hatte mit seiner CD „The Flow“ aus dem Jahr 2001 auch eine der ersten Mix-Compilations auf Cocoon am Start. Der Liebhaber des „Minimal Funk“ legt für Green & Blue ein überraschend opulentes House-Set der anderen Art hin und wartet dabei bereits zu Beginn seines Programms mit einem absoluten Ausnahmetrack auf. Christian Smiths Überarbeitung von „At Les“, dem Klassiker des 97er Albums „More Songs about Food and Revolutionary Art“ von Carl Craig, gehört jedenfalls schon jetzt zu den visionärsten Techhouse-Stücken der Saison und ist hier erstmals auf CD erhältlich. Aus den immer wieder mit Überraschungsmomenten glänzenden 72 Minuten sei noch besonders das deepe Acidmonster des bulgarischen Ovum-Produzenten Kink („E 79“), die asynchronen Xylophon-Spielereien von Kenny Larkin´s „Glob“ und der Bassline-Dauerläufer „The Light“ von der Berliner DJ-Institution André Lodemann ans Herz gelegt.

Erst recht eine feste Größe im Cocoon-Kontext ist der 25jährige Frankfurter Chris Tietjen, der insbesondere mit seinen jährlichen erscheinenden Cocoon-Mix-Compilations „Eins“ bis „Fünf“ dem Puls des Labels so nahesteht wie kaum ein Anderer. Mit der CD2 bleibt er seinem DJ-Style einer ungemein groovenden Form des entschlackten Techhouse treu und lässt den einzelnen Tracks viel Luft zur Entfaltung. Nicht ganz von ungefähr setzt der Brooklyner Produzent Gadi Mizrahi mit „Oh Love“ schon zum Start ein soulig tribales Ausrufezeichen, das deep und dennoch unverkennbar hypnotisch auf die Tanzfläche zieht, um mit Lee Burridge und Matthew Dekay´s organisch-jazzigem „Wongel“ das Tempo unmerklich anzuziehen.

Aber insbesondere die beherzten US-House-Hommagen des aus Thessaloniki kommenden Nikola Gala („The Pump“), das bereits auf dem Radioslave-Label Rekids für Furore sorgte, und die „Deadly Bees“ des ebenfalls aus Griechenland stammenden CJ Jeff reißen dann die Hände vollends nach oben. Uns erwartet jedenfalls im September am hessischen Waldstrand definitiv ein heißer Sonntag!

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